Servicestelle | Mission Impossible | venro.de

Servicestelle: Mission Impossible.

Im Schatten der Fusion der staatlichen Durchführungsorganisationen GTZ, DED und InWEnt zur Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) wurde im letzten Jahr auch die Gründung einer zweiten Organisation in staatlicher Hand beschlossen. Die „Servicestelle für bürgerschaftliches und kommunales Engagement“, die im Januar 2012 ihre Arbeit aufnehmen soll, soll die staatlichen Programme zur Unterstützung der Zivilgesellschaft unter einem Dach vereinen und zugleich selbst „Mitmachagentur“ und staatlicher Ansprechpartner für den entwicklungspolitisch interessierten Bürger sein.

Welche Aufgaben die Servicestelle genau übernehmen wird, ist noch unklar. Fest steht, dass sowohl die bestehenden Programme zur Unterstützung von zivilgesellschaftlicher Entwicklungszusammenarbeit wie das weltwärts-Sekretariat, die Vergabestelle für Mittel im Rahmen der Förderung der entwicklungspolitischen Bildung (FEB) und die Beratungsstelle für private deutsche Träger in der Entwicklungszusammenarbeit bengo als auch die Organisationseinheiten staatlichen Entwicklungszusammenarbeit wie das studentische Austauschprogramm ASA und das Austauschprogramm für Schulklassen ENSA hier zusammengeführt werden.

VENRO hat sich von Beginn an dafür eingesetzt, die Chance der Umgestaltung zu nutzen und die Beratungsleitungen für die Zivilgesellschaft auch in zivilgesellschaftliche Hand zu geben, so wie es mit bengo in den vergangenen Jahren bereits der Fall war. Hierfür hätten die zivilgesellschaftlichen Akteure gemeinsam eine gGmbH gründen können, deren Vorteil, die unabhängige Geschäftsführung, gleichzeitig eine relative Unabhängigkeit und Neutralität sichergestellt hätte.

Die Idee einer gGmbH übernahm das BMZ zwar, eine zivilgesellschaftliche Trägerschaft lehnte es aber ab, da es sich die Entscheidungs- und Gestaltungshoheit über die neue Servicestelle nicht aus der Hand nehmen lassen wollte. Im Laufe des vergangenen Jahres fanden zahlreiche Gespräche zwischen dem BMZ und VENRO statt, die unabhängig von der Trägerschaft die Beteiligung der Zivilgesellschaft an der Servicestelle regeln sollten. Grundlage hierfür war ein gemeinsamer Kooperationsvertrag, der diese auch institutionell absichern sollte.

Nach über einem Jahr Verhandlungen hat der Verband im Mai beschlossen, den Kooperationsvertrag nicht zu unterzeichnen, da dieser in zwei entscheidenden Punkten von VENRO nicht mitgetragen werden konnte:

Mangelnde Anerkennung des Subsidiaritätsprinzips

Mit der Servicestelle wird neben der GIZ eine weitere staatliche Organisation geschaffen, die Handlungskompetenzen weit über die Erbringung von Dienst- und Verwaltungsleistungen hinaus haben wird. Dies ist aus Sicht von VENRO nicht der richtige Weg, um eine nachhaltig aktive Zivilgesellschaft zu fördern: Engagement kann nicht von „oben verordnet“ und auch nicht staatlich gelenkt werden. Nachhaltiges Engagement entsteht nur aus der Gesellschaft selbst heraus. Dem Staat kommt hierbei die wichtige Aufgabe zu, die richtigen Rahmenbedingungen zu setzen.

Diese Rahmenbedingungen müssen unbedingt die Unabhängigkeit und den eigenständigen Wert der Zivilgesellschaft beachten. Es gibt in Deutschland Initiativen, die sich für entwicklungspolitische Ziele einsetzen. Eine Stärkung und Anerkennung darf nicht einhergehen mit einer staatlichen Steuerung oder der Übernahme zivilgesellschaftlicher Aufgaben durch den Staat selbst.

Die Servicestelle, so wie sie derzeit geplant ist, macht aber genau dieses: Sie soll vermehrt Engagement fördernde Maßnahmen auf lokaler und regionaler Ebene durchführen und zugleich eine Qualifizierung und Weiterbildung zivilgesellschaftlicher Organisationen leisten. Aufgaben, die bislang erfolgreich von der Zivilgesellschaft selbst wahrgenommen wurden. Das wirft die Frage auf, welche Tiefenwirkung diese Aktivitäten haben können. Die operative Arbeit von InWEnt in der Vergangenheit hat bezeichnenderweise immer da auf die Kooperation mit NRO zurückgegriffen, wo man in die Gesellschaft hineinwirken wollte.

Statt Mitwirkungsrechten Konsultationsmöglichkeiten

Seitdem im Juli 2010 die 100-prozentige Trägerschaft des Bundes an der Servicestelle festgeschrieben wurde, hat sich VENRO intensiv darum bemüht, die Beteiligung der Zivilgesellschaft in anderer Form als der Trägerschaft zu gewährleisten. Zu diesem Zweck hat der Verband konkrete Vorstellungen erarbeitet, deren Kern die institutionelle Verankerung eines zivilgesellschaftlichen Aufsichtsgremiums mit konkreten Mitwirkungsrechten war. Diese Rechte wollte der Bund jedoch nicht zugestehen.

Der von VENRO vorgelegte Kooperationsvertrag war – verglichen mit den Ausgangsüberlegungen des Verbandes – bereits ein sehr weitgehender Kompromiss. Es scheint, als sei derzeit aller Rhetorik zum Trotz eine Stärkung der Zivilgesellschaft nicht möglich – ohne eine verstärkte Einmischung und Steuerung durch den Staat. Insofern stimmen die Vorstellungen des Ministeriums nicht mit unserer Erwartungen von einer staatlich-zivilgesellschaftlichen Zusammenarbeit überein. Mit Verwunderung nehmen wir stattdessen eine weitere Verstaatlichung der Entwicklungspolitik wahr.

Ulrich Post ist Vorstandsvorsitzender von VENRO

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Tourismus: Begegnungen der anderen Art | INKOTA-Brief

Detailansicht: INKOTA-netzwerk e.V..

Arbeits- und Menschenrechte haben einen schweren Stand, wenn es um „die schönsten Wochen des Jahres” geht: den Urlaub.

Fischergemeinden werden für den Bau privater Urlaubs-Resorts vertrieben, indigene Gemeinden dürfen nicht mehr an ihr Wasser, unzählige Kinder werden sexuell ausgebeutet und versklavt.

Es wird Zeit für einen Tourismus, der die Interessen beider Seiten in den Blick nimmt: die der Reisenden, aber auch die der Bereisten.

Der INKOTA-Brief 156 beschäftigt sich mit dem Thema und kann ab sofort in unserem Webshop bestellt werden. Auch der Schwerpunkt ist als INKOTA-Dossier 9 dort erhältlich.

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GIGA Forum | Wird Hamburg zu Europas Drehscheibe für Lateinamerika

Hamburg hat traditionell enge Wirtschaftsbeziehungen zu Lateinamerika. Nach dem Beschluss der europäischen Außenminister soll Hamburg auch Sitz der neu zu grün-denden EU-Lateinamerika-Stiftung werden, einer Einrichtung, die eine Schlüsselrolle in den Beziehungen der Europäischen Union zu den wirtschaftlich wie politisch im-mer wichtiger werdenden Staaten in Lateinamerika und der Karibik spielen soll. Ex-pertinnen und Experten aus dem Hamburger Senat, dem Lateinamerika-Verein der deutschen Wirtschaft und dem GIGA Institut für Lateinamerika-Studien werden die Perspektiven dieser Entwicklung diskutieren.

via epo.de Pressemitteilungen » GIGA Forum: Wird Hamburg zu Europas Drehscheibe für Lateinamerika?.

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Konkurrenz belebt das Geschäft – Neue Geber revolutionieren die | Hintergrund | Deutschlandfunk

Rund 30 neue Länder leisten Entwicklungshilfe. Noch sind sie nicht Mitglied im Entwicklungsausschuss der OECD, wo die alten Geber aus den Industrieländern zusammensitzen. Unter den Neuen befinden sich Länder wie Katar, Russland, Südafrika, Thailand und Venezuela. Nach Schätzungen der OECD wenden sie jährlich zwischen 13 und 15 Milliarden Dollar für Entwicklungshilfe in armen Ländern auf. Das entspricht rund zehn Prozent der Mittel der traditionellen westlichen Geber.

via Konkurrenz belebt das Geschäft – Neue Geber revolutionieren die | Hintergrund | Deutschlandfunk.

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Trotz leichten Anstiegs verfehlt Deutschland erneut Entwicklungshilfeziel | Deutsche Welthungerhilfe | terre des hommes

Nach den heute von der Organisation für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) vorgestellten Zahlen ist trotz eines leichten Anstiegs die öffentliche Entwicklungshilfe Deutschlands im Jahr 2010 nicht in dem Maße gestiegen, wie es der Stufenplan der Europäischen Union verlangt. Die deutsche öffentliche Entwicklungshilfe betrug im vergangenen Jahr 12,723 Mrd. US-Dollar, 2009 waren es 12,079 Mrd. Der Anteil der Entwicklungshilfe am Bruttonationaleinkommen ist mit 0,38 Prozent immer noch lediglich auf dem Stand von 2008. 2009 war er sogar auf 0,35 Prozent abgesunken. Deutschland liegt damit in absoluten Zahlen nur noch auf Platz 4 der Geberländer hinter den USA, Frankreich und Großbritannien. 2008 lag Deutschland noch auf dem zweiten Platz. Mit einer Quote von 0,38 Prozent belegt Deutschland gerade noch den 13. Platz unter den 23 westlichen Geberländern. “Es ist höchste Zeit, dass das UN-Sicherheitsrat-Mitglied Deutschland seine internationalen Verpflichtungen erfüllt”, sagt Danuta Sacher, Geschäftsführerin von terre des hommes. “Im Rahmen der EU hat Deutschland sich verpflichtet, 2010 die Entwicklungshilfe auf 0,51 Prozent des Bruttonationaleinkommens zu steigern. Tatsächlich liegt die Entwicklungshilfe-Quote nur bei 0,38 Prozent. Dass dies selbst bei knappen Kassen nicht so sein muss, beweist die britische Regierung. Sie hat ihre Entwicklungshilfemittel 2010 um fast 2,5 Mrd. US-Dollar gesteigert und Deutschland in der Rangliste der Geberländer überholt. Ein verbindlicher Stufenplan der Bundesregierung zur Steigerung der Entwicklungshilfemittel bis zum Jahr 2015 ist überfällig.” Welthungerhilfe und terre des hommes begrüßen in diesem Zusammenhang ausdrücklich den Vorschlag des Vorsitzenden des OECD-Entwicklungsausschusses Brian Atwood, einen Kodex zu verabschieden, mit dem die Entwicklungshilfeversprechen durch konkrete Pläne abgesichert werden. Wolfgang Jamann, Generalsekretär der Welthungerhilfe, erklärt: “Das Argument des BMZ, es käme mehr auf die Ergebnisse als auf die Höhe der Entwicklungshilfe an, ist irreführend. Die Wirksamkeit der deutschen Entwicklungszusammenarbeit steigern zu wollen, ist eine begrüßenswerte Selbstverständlichkeit. Aber ohne ausreichende Finanzmittel können weder Schulen oder Krankenhäuser effektiv arbeiten noch Straßen gebaut oder Trinkwassersysteme errichtet werden. Im Gegenteil: Die Unterfinanzierung von Entwicklungsprogrammen untergräbt ihre Wirksamkeit.” Welthungerhilfe und terre des hommes veröffentlichen jährlich den Bericht “Die Wirklichkeit der Entwicklungshilfe” als kritische Analyse der offiziellen deutschen Entwicklungspolitik. Der OECD-DAC-Schattenbericht skizziert die quantitativen und qualitativen Aspekte der deutschen EZ-Leistungen vor dem Hintergrund der entwicklungspolitischen Zielsetzungen der Bundesregierung. Der aktuelle Bericht kann im Internet heruntergeladen werden unter: www.tdh.de/content/themen/weitere/entwicklungspolitik/shadow-dac/index.htm und http://www.welthungerhilfe.de/entwicklungszusammenarbeit.html

via Stellungnahme von Welthungerhilfe und terre des hommes zu den aktuellen Entwicklungshilfezahlen der OECD. Trotz leichten Anstiegs verfehlt Deutschland erneut Entwicklungshilfeziel | Deutsche Welthungerhilfe e.V. | Presseportal.de.

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Amazonas: Indianer nehmen es mit Holzfällern auf | epo.de

epo.de Pressemitteilungen » Amazonas: Indianer nehmen es mit Holzfällern auf.

 

Nachdem die Behörden ihren wiederholten Aufruf zu handeln ignorierten, haben peruanische Indigene selbst einen Wachposten eingerichtet, um ein Reservat unkontaktierter Indigener zu schützen. Das Isconahua-Reservat an der peruanisch-brasilianischen Grenze wurde mit Unterstützung der Organisation peruanischer Amazonas-Indianer (AIDESEP) eingerichtet, um die unkontaktierten Isconahua-Indianer in den Wäldern zu unterstützen.

Dennoch wird das Reservat durch illegale Abholzung bedroht. Zahlreiche Aufrufe an die Behörden sind bisher unbeantwortet geblieben. Die lokalen Indigenen-Organisationen ORAU und FECONAU haben sich nun zusammengeschlossen, um selbst einen Wachposten zum Schutz des Gebietes zu stellen.

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UNO bleibt auch nach tödlichem Angriff in Afghanistan | STERN.DE

UNO bleibt auch nach tödlichem Angriff in Afghanistan | STERN.DE.

 

Die UNO bleibt auch nach dem tödlichen Angriff auf ihr Gebäude im nordafghanischen Masar-i-Scharif in Afghanistan präsent. Das sagte der UN-Sondergesandte für Afghanistan, Staffan de Mistura, am Samstagabend auf einer Pressekonferenz in Kabul. Elf UN-Angestellte werden nach seinen Worten vorübergehend von Masar-i-Scharif in die Hauptstadt Kabul gebracht. Grund dafür sei, dass der Angriff das UN-Büro in Masar-i-Scharif vollständig zerstört habe. Sobald ein ausreichend gesichertes UN-Büro in Masar-i-Scharif gewährleistet sei, werde die UNO ihre Arbeit dort fortsetzen.

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Entwicklungsetat soll im Jahr 2012 um 1,8 Prozent steigen / DSW: “Schlag ins Gesicht für die Menschen in Entwicklungsländern” | Deutsche Stiftung Weltbevölkerung | Presseportal.de

Die im Kabinett verabschiedeten Eckwerte für den Haushaltsplan 2012 sehen vor, dass der Etat des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung BMZ um 1,8 Prozent auf 6,333 Milliarden Euro steigen soll. Das entspricht einer Erhöhung um rund 110 Millionen Euro.”Das ist ein Schlag ins Gesicht der Menschen in Entwicklungsländern”, sagt Renate Bähr, Geschäftsführerin der Deutschen Stiftung Weltbevölkerung DSW. “Die 1,8 Prozent würden noch nicht einmal die Inflation von zuletzt 2,1 Prozent abdecken. Wenn der jetzt vorgelegte Entwurf umgesetzt wird, entfernt sich die Bundesregierung immer weiter von dem Ziel, bis zum Jahr 2015 die Mittel der Entwicklungszusammenarbeit auf 0,7 Prozent ihres Bruttonationaleinkommens zu steigern.” Zu diesem Ziel haben sich die Industrienationen einschließlich Deutschland vor mehr als 40 Jahren verpflichtet. Im Jahr 2009 hat Deutschland nur 0,35 Prozent aufgebracht. “Um die internationalen entwicklungspolitischen Verpflichtungen einzuhalten, muss die Bundesregierung die Mittel für Entwicklungszusammenarbeit deutlich erhöhen statt sie real zu senken.”

via Entwicklungsetat soll im Jahr 2012 um 1,8 Prozent steigen / DSW: “Schlag ins Gesicht für die Menschen in Entwicklungsländern” | Deutsche Stiftung Weltbevölkerung | Presseportal.de.

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Hunger im Überfluss – Neue Strategien gegen Unterernährung und Armut – Ökologie & Gesellschaft – Heinrich Böll Stiftung

Hunger im Überfluss – Neue Strategien gegen Unterernährung und Armut – Ökologie & Gesellschaft – Heinrich Böll Stiftung.

Bericht zur Lage der Welt 2011: “Hunger im Überfluss”

Lokale, landwirtschaftliche Innovationen entscheidend für Ernährungssicherung

(Berlin, 15. März 2011) Lokal angepasste, einfache und ökologisch nachhaltige Innovationen in der Landwirtschaft sind ein Schlüssel zum Abbau von Armut und Hunger. Das ist das Fazit des Berichts „Zur Lage der Welt 2011“ des führenden US-amerikanischen Umweltinstituts Worldwatch, dessen deutsche Ausgabe heute in Berlin vorgestellt wurde. Der Bericht plädiert für einen umgehenden Ausbau nachhaltiger landwirtschaftlicher Investitionen: Darunter die Finanzierung von Agroforstwirtschaft, Sortenvielfalt sowie agrarökologischer Forschung, die in den letzten Jahren massiv vernachlässigt worden sei.

Knapp eine Milliarde Menschen leide an Hunger und chronischer Unterernährung, und das obwohl niemals zuvor mehr Nahrungsmittel produziert worden seien, stellt der Bericht fest. Die lokale und globale Verteilung von Nahrungsmitteln sei äußerst ungerecht: Insbesondere in Afrika, wo das Bevölkerungswachstum in den nächsten Jahren stark zunehmen werde, verschärfe sich Hunger und Unterernährung. Die weltweiten Preissteigerungen für Nahrungsmittel träfen vor allem die ärmsten Menschen weltweit.

Bei der heutigen Vorstellung des Berichts sagte Danielle Nierenberg, Agrarexpertin des Worldwatch Instituts und Hauptautorin des Buches: „Viele Regierungen setzen auf die Steigerung der Nahrungsmittelproduktion durch Hochertragssorten oder Düngemittel. Aber für die Mehrheit der armen Bauern sind diese Methoden zu teuer oder einfach nicht verfügbar. Ein produktiver Wandel ist möglich, wenn man Kleinbauern durch einfache, aber entscheidende Innovationen stärkt – insbesondere die Frauen, die die Landwirtschaft in den meisten Ländern dominieren. Die Lösung besteht darin, Nahrungsmittel so zu produzieren, dass sie auch von Kleinbäuerinnen und -bauern verarbeitet und vermarktet werden können.“

Für mehr Investitionen in die kleinbäuerliche Landwirtschaft plädierte Judi Wakhungu, Leiterin des kenianischen Think Tanks „African Centre for Technology Studies“ und Co-Direktorin des Weltagrarberichts (IAASTD): „Afrikanische Regierungen und internationale Geber müssen in Projekte investieren, die lokales und traditionelles Wissen mit neuen Technologien kombinieren. Für die Bekämpfung des Hungers in Afrika sind Investitionen etwa in die ökologische Agrarforschung entscheidend. Mit Hilfe der Agroforstwirtschaft könnten auf den weniger fruchtbaren Böden des Kontinents Erosion vermieden, die Fruchtbarkeit der Böden verbessert und der Ernteertrag gesteigert werden.“

Angesichts der akuten Preissteigerungen auf den Weltagrarmärkten forderte Barbara Unmüßig, Vorstand der Heinrich-Böll-Stiftung, eine sofortige Kehrtwende in der EU-Agrarpolitik: „Es ist untragbar, dass wir unseren Bedarf an Agrarrohstoffen auf Kosten anderer Ländern decken und die Weltmarktpreise für Nahrungsmittel in die Höhe treiben. Die EU zählt zu den größten Fleischexporteuren weltweit, aber nur, weil wir den größten Teil der Futtermittel aus dem Süden importieren und die ökologischen und sozialen Folgen unserer Fleischproduktion in andere Länder auslagern. Die EU muss endlich sicher stellen, dass ihre Agrarpolitik eine ökologische und faire Produktion fördert und nicht den Tierfabriken nutzt, die ihre Tiere mit Soja aus Brasilien oder Argentinien füttern.“

Auch aus Sicht des Klimaschutzes sei eine Neuausrichtung der EU-Agrarpolitik dringend notwendig, ergänzt Tilman Santarius, Vorstandsmitglied von Germanwatch: „Vor allem durch eine intensive Fleischproduktion trägt die Landwirtschaft bedeutend zum Klimawandel bei. Dabei könnten nachhaltige Produktionssysteme wie die Weidehaltung der Atmosphäre sogar klimaschädliche Gase entziehen.“

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Planet of great opportunities, by Jan Pronk

Society for International Development Forum » Planet of great opportunities, by Jan Pronk.

This article is based on the Ryszard Kapuscinski Lecture given by Jan Pronk at the London School of Economics on February 16th, 2011. Sixty years after the birth of the new order in the mid 1940’s, Mr. Pronk questions where the world is today and points out the need to reform and strenghten international institutions in order to uphold global values. The integral text and a selection of some of the most significant parts of the lecture are published here.

The world needs common values and common institutions. Powerful institutions lacking shared values will breed disillusion and conflict. High moral values lacking strong insitutional protection will breed hypocrisy and exclusion (Jan Pronk).

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