Weltbevölkerungstag am 11. Juli 2012

Weltbevölkerungstag am 11. Juli 2012

(Stiftung Weltbevölkerung, Hannover, 10. Juli 2012) Am 11. Juli, dem Weltbevölkerungstag, wird die Weltbevölkerung mit 7.057.608.000 Menschen einen neuen Höchststand erreichen. Jeden Tag kommen 227.000 Erdenbürger hinzu – das sind etwa 80 Millionen Menschen im Jahr. Bis zum Jahr 2050 werden voraussichtlich 9,3 Milliarden Menschen auf der Erde leben. Diese Prognose geht davon aus, dass sich der Zugang zu Familienplanung verbessert und die Fertilitätsraten sinken. Wenn die Kinderzahl pro Frau auf dem heutigen Niveau bliebe, würde die Weltbevölkerung bis 2050 sogar auf elf Milliarden Menschen anwachsen. Diese Daten gibt die Stiftung Weltbevölkerung anlässlich des Weltbevölkerungstages bekannt.

Viele ungewollte Schwangerschaften in Entwicklungsländern
Besonders schnell wächst die Bevölkerung in Afrika südlich der Sahara, der ärmsten Region der Welt. Bis zum Ende des Jahrhunderts wird sich die Bevölkerung hier von heute rund 900 Millionen auf voraussichtlich 3,4 Milliarden Menschen fast vervierfachen.

„Eine zentrale Ursache für das anhaltende Bevölkerungswachstum in armen Ländern ist der fehlende Zugang zu Familienplanung“, erklärt Renate Bähr, Geschäftsführerin der Stiftung Weltbevölkerung. „Allein in Entwicklungsländern werden jedes Jahr 80 Millionen Frauen ungewollt schwanger. Wenn wir Armut und Hunger verringern wollen, müssen Familienplanung und Gesundheitsversorgung für Frauen dringend ausgebaut werden. Deshalb hoffe ich, dass Deutschland, aber auch andere Regierungen ihrer Verantwortung gerecht werden und sich beim Familienplanungsgipfel in London dazu verpflichten, mehr Geld für Verhütung, Personal und Gesundheitssysteme bereitzustellen.“

Um allen Frauen, die verhüten möchten, die Möglichkeit dazu zu geben, würde dies 8,1 Milliarden US-Dollar pro Jahr kosten. Das sind 4,1 Milliarden US-Dollar mehr, als heute investiert werden.

Familienplanungsgipfel in London
Ziel des internationalen Familienplanungsgipfels am 11. Juli in London ist es, bis zum Jahr 2020 zusätzlich 120 Millionen Frauen in den ärmsten Ländern der Welt Zugang zu Aufklärung und Verhütung zu ermöglichen. Regierungsvertreter von Entwicklungs- und Industrieländern, Geber, die Zivilgesellschaft – darunter Renate Bähr – und die Privatwirtschaft suchen nach Lösungen, wie das Ziel erreicht werden kann. Veranstaltet wird der Gipfel von der britischen Regierung und der Bill & Melinda Gates Stiftung.

Foto: James Cridland via flickr

About the Author