Haushaltskrise in reichen Ländern sorgt für böses Erwachen

Haushaltskrise in reichen Ländern sorgt für böses Erwachen

(Oxfam, Berlin, 04.04.2012) Nach den heute veröffentlichten Zahlen der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) betrugen die weltweiten öffentlichen Mittel für Entwicklungszusammenarbeit im Jahr 2011 133,5 Milliarden US-Dollar. Inflations- und wechselkursbereinigt sind dies 3,4 Milliarden US-Dollar weniger als 2010. Zahlreiche Länder haben ihre Mittel zum Teil drastisch reduziert (z.B. Belgien, Griechenland, Österreich, Spanien). Ursächlich dafür sind die Sparbemühungen wohlhabender Länder als Spätfolge der Finanz- und Wirtschaftskrise. Damit sorgt die Haushaltskrise in reichen Ländern für ein böses Erwachen: „Die Menschen in armen Ländern werden erneut von den Folgen einer Krise getroffen, die sie nicht verursacht haben“, so Tobias Hauschild, Experte für Entwicklungsfinanzierung bei Oxfam Deutschland. Die Finanz- und Wirtschaftskrise habe bereits in den vergangenen Jahren Löcher in die Haushalte armer Länder in Höhe von rund 65 Milliarden US-Dollar gerissen.
Außerdem brächten die Kürzungen bei der Entwicklungszusammenarbeit nicht den erhoffte Spar-Effekt, um die hohen Staatsverschuldungen zurückzufahren: „Bei der ohnehin geringen Höhe der Entwicklungshilfe haben Kürzungen hier den gleichen Effekt, als würde man sich Haare abschneiden, um Gewicht zu verlieren“, so Tobias Hauschild, Experte für Entwicklungsfinanzierung bei Oxfam Deutschland.

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