UN-Klimagipfel in Durban: Fortschritt statt Kollaps

UN-Klimagipfel in Durban: Fortschritt statt Kollaps

(VENRO, 29.11.2011) Bonn, 28. November – Auf dem Klimagipfel in Durban muss ein Fahrplan für ein verbindliches Klimaabkommen bis 2015 beschlossen werden. Die EU und die Industrieländer müssen sich auf eine Fortführung des Kyoto-Protokolls einigen. Dies hat der Verband Entwicklungspolitik deutscher Nichtregierungsorganisationen (VENRO) anlässlich der heute beginnenden Klimaverhandlungen im südafrikanischen Durban gefordert.

Es habe hohe symbolische Bedeutung, dass der Weltklimagipfel in Subsahara Afrika stattfindet. „Afrika ist der Kontinent, der am meisten vom Klimawandel betroffen ist, obwohl er am wenigsten dazu beigetragen  hat. Insbesondere die armen Bevölkerungsgruppen  leiden unter den Folgen des Klimawandels, wie Überschwemmungen und Dürren. Deshalb erwarten die Menschen dort zu Recht, dass die Verhandlungen Fortschritte in den Bereichen Anpassung, Technologietransfer und Finanzierung bringen“, so Jürgen Reichel, VENRO-Vorstandsmitglied.

Der Verband fordert die Bundesregierung auf, sich dafür einzusetzen, dass ein Mandat und ein Fahrplan für ein verbindliches Klimaabkommen bis 2015 beschlossen werden. Die in Cancún angestoßenen Prozesse sollten jetzt zu konkreten Ergebnissen führen. So wurde in Cancún erstmals 2 Grad Celsius offiziell von allen Staaten als die angestrebte Höchstgrenze für den Temperaturanstieg akzeptiert. Um dieses Ziel zu erreichen, sind verbindliche Zielvorgaben notwendig.

Vor allem im Bereich der Finanzierung muss Durban Schritte nach vorn machen. Die Finanzierungslücke für Klimaschutz und Anpassung an den Klimawandel in den Entwicklungsländern ist immens. In Durban müsse der neue Grüne Klimafonds auf eine arbeitsfähige Basis gestellt werden. Des Weiteren sei es dringend geboten, eine Planung zu beschließen, wie bis 2020 die zugesagten 100 Milliarden US-Dollar jährlich erreicht werden sollen, so Reichel.

Am 28. November beginnt im südafrikanischen Durban die 17. Vertragsstaatenkonferenz der UN-Klimarahmenkonvention. VENRO hat hierzu einen Standpunkt veröffentlicht. Darin appelliert der Verband an die Bundesregierung sich für das Zwei-Grad-Limit einzusetzen, die Anpassung an den Klimawandel voranzubringen, eine verlässliche und transparente Klimafinanzierung voranzutreiben sowie den Waldschutz ökologisch und sozial verträglich zu fördern. Den VENRO-Standpunkt  kann auf der Website www.venro.org heruntergeladen werden.

Foto: Global2000 via Flickr

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