Menschen­rechte und Präven­tion als Schlüssel für eine Welt ohne HIV

Menschen­rechte und Präven­tion als Schlüssel für eine Welt ohne HIV

(BMZ, 22.11.2011) 21.11.2011 Jede Minute infizieren sich fünf Menschen mit dem HI-Virus – im Jahr 2010 ins­ge­samt 2,7 Mil­lionen, davon rund 390.000 Kinder. Der­zeit leben nach den aktuellen epi­demio­lo­gischen Daten von UNAIDS welt­weit 34 Mil­lionen Menschen mit HIV und AIDS. Im letzten Jahr star­ben 1,8 Mil­lionen Menschen an AIDS. Die Ant­wort auf HIV und AIDS ist daher eine Prio­ri­tät der Bun­des­re­gierung.

Im Vorfeld des Welt-AIDS-Tags und dem Tag der Men­schen­rechte zog Deutsch­land im Rah­men der Kon­fe­renz “Health.Right.Now! HIV Pre­ven­tion With­out Barriers” am 21. Novem­ber 2011 in Ber­lin ge­mein­sam mit seinen Part­nern Bilanz und dis­ku­tierte die Schwer­punkte der inter­natio­nalen Ant­wort auf HIV und AIDS. Im Rah­men der Kon­fe­renz stellte UNAIDS den aktuellen “World AIDS Day Report” vor. “Nur gemein­sam kön­nen wir die Vision einer Welt ohne Neu­infek­tionen, ohne Diskri­mi­nierung und ohne Todes­fälle er­reichen – mit Hilfe inno­va­tiver Partner­schaften und ge­teil­ter Ver­ant­wor­tung. Wir bauen auf eine weiter­hin so enga­gierte Zu­sam­men­arbeit mit der Bun­des­re­gie­rung für unser gemein­sames Ziel einer AIDS­freien Gene­ration”, so Michel Sidibé, Exekutiv­direktor von UNAIDS.

“Jede Neu­in­fek­tion ist eine zu viel. Darum muss hier weiter intel­ligent inves­tiert werden”, so Bundes­minister Niebel. “Fokus der deutschen HIV-Arbeit sind Wirk­sam­keit, Evi­denz­basie­rung und Nach­hal­tig­keit. Der Menschen­rechts­ansatz ist dabei das Leit­prinzip und legt das Augen­merk auf die struk­tu­rellen Ursachen von Armut und sozialer Aus­grenzung.” Dies ist ins­be­son­dere wich­tig, so Niebel weiter, “da Drogen­gebrau­chende auf­grund ihrer Kri­mi­na­li­sierung in manchen Ländern das Recht be­schnitten wird, sich und andere zu schützen. Deutsch­land ist Vor­reiter bei der Rea­li­sie­rung von schadens­min­dernden An­sätzen für Drogen­nutzende und wird sein Engage­ment in diesem Bereich aus­bauen. Auch Bil­dung als ‘sozialer Impfstoff’ ist für uns zen­trale Vor­aus­set­zung für Prä­ven­tion. Junge Menschen müs­sen lernen, wie sie sich und andere vor HIV schützen”, so Bundes­ent­wick­lungs­minister Dirk Niebel. Deutsch­land unter­stützt eine Initia­tive von Gesund­heits- und Bil­dungs­ministern im süd­lichen und öst­lichen Afrika, die sich zur Aus­wei­tung und Ver­bes­serung von Sexual­auf­klärung verpflichten.

In Deutschland gehen die HIV-Neu­infek­tionen zurück. Nach der aktuellen Schät­zung des RKI sind die HIV-Neu­infek­tionen von rund 3400 in 2006 auf rund 2700 in 2011 gesunken. Ins­ge­samt leben der­zeit 73.000 Menschen mit HIV und AIDS in Deutschland. Hier­zu erklärt Bundes­gesund­heits­minister Daniel Bahr: “Der Rück­gang der HIV-Neu­infek­tionen in Deutschland zeigt: Prä­ven­tion wirkt. Wir sind erfolg­reich, weil Staat und Bürger seit langem Hand in Hand zu­sam­men­arbeiten. HIV und AIDS können welt­weit nur erfolg­reich be­siegt wer­den, wenn wir zusam­men­arbeiten, wenn die Menschen­rechte be­achtet wer­den und be­trof­fene Menschen nicht aus­gegrenzt wer­den. Hier­für tragen wir alle eine ge­mein­same Ver­ant­wor­tung. Jeder und jede Ein­zelne kann hier­für etwas tun.”

Deutschland gehört welt­weit zu den größten Gebern von Mit­teln für die glo­bale Ant­wort auf HIV. Die Bundes­regie­rung stellt seit 2008 durch­schnitt­lich rund 500 Mil­lionen Euro pro Jahr für die glo­bale Be­kämp­fung von HIV, Mala­ria und Tuber­ku­lose sowie für die dafür not­wen­dige Stärkung der Gesund­heits­systeme bereit. In Deutsch­land stehen im Jahr 2011 13 Mil­lionen Euro an Bundes­mitteln für die nationale HIV/AIDS- Auf­klärung und Prä­ven­tion zur Verfügung.

Foto: Smath. via Flickr

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