Klimaverhandlungen mit Indonesien

Klimaverhandlungen mit Indonesien

(BMZ,24.10.2011) 21.10.2011 Bei den am 20. Oktober in Jakarta abge­schlosse­nen ent­wick­lungs­politischen Regierungs­verhandlungen mit Indonesien stand der Ausbau der Kooperation im Umwelt- und Klima­schutz im Vorder­grund. Insgesamt wurden im Rahmen der ent­wicklungs­politischen Zusammen­arbeit mit Indonesien 188,75 Millionen Euro für den Zeit­raum 2011 bis 2013 zugesagt. Indonesien ist einer der wichtigen strate­gischen Partner Deutschlands zur Erreichung der CO2-Emissions­reduk­tions-Ziele im inter­natio­nalen Klima­schutz. Aufgrund seiner hohen Ent­waldungs­rate wird Indonesien als weltweit dritt­größter Emittent von Treibhaus­gasen eingestuft.

Im Umwelt- und Klima­schutz­bereich werden umfang­reiche Programme im Forst­bereich, zur Emissions­minderung in Städten sowie Maß­nahmen zur Förderung von Geo­thermie als wichtige erneuer­bare Energie­quelle realisiert. Ziel ist es unter anderem, den Anteil erneuer­barer Energien im Energie­mix Indonesiens zu erhöhen und gleichzeitig Kohlen­stoff-Emissio­nen zu senken. Zugleich wird durch Primär­wald­erhalt ein wichtiger Beitrag zum Schutz der Arten­vielfalt geleistet. Allein in diesem Schwer­punkt­bereich stellt die deutsche Regierung 174 Millionen Euro vor allem in Form von zins­verbilligten Darlehen bereit.

Weiterhin wurde die Fort­führung und Ausweitung wichtiger Maß­nahmen in den beiden Schwerpunkt­bereichen Gute Regierungs­führung, Dezentrali­sierung und Privat­wirtschafts­förderung beschlossen.

Das Vorhaben zur Dezen­trali­sierung in Indonesien ist das welt­weit größte Projekt zur Reform eines natio­nalen Staats- und Ver­waltungs­wesens. Der erfolgreichen Dezentrali­sierungs­politik kommt bei der Ent­wicklung und Demokrati­sierung des Landes eine Schlüssel­rolle zu. Kern­anliegen des deutschen Engage­ments ist die Verbesserung der Bereit­stellung von öffentlichen Dienst­leistungen und die Unter­stützung der Anti-Korrup­tions­behörde, die an der zentralen indo­nesischen Schalt­stelle zur Bekämpfung der Korrup­tion ansetzt.

Im Rahmen von Maß­nahmen der deutschen Ent­wicklungs­zusammen­arbeit im Bereich Privat­wirtschafts­förderung werden zudem Projekte umgesetzt, die die Steigerung der Wett­bewerbs­fähigkeit der Wirtschaft zum Ziel haben. Das deutsch-indo­nesi­sche Berufs­bildungs­programm verbessert das Angebot an qualifi­zierten Fach­kräften und leistet einen wichtigen Beitrag zur Redu­zierung der Jugend­arbeitslosig­keit und des Armuts­risikos. Zukünftig sollen innovative Ansätze in der Zusammen­arbeit mit der Privat­wirtschaft, wie der Bereich Corporate Social Respon­si­bility, weiter ausgebaut werden.

Angesichts seiner Größe, seines Bevölkerungs­reichtums sowie seines wirtschaft­lichen und politischen Gewichts in der Region nimmt Indonesien in der deutschen Entwicklungs­zusammen­arbeit eine Schlüssel­position ein. Durch seine rasante wirtschaftliche Entwicklung ist Indonesien mittler­weile ein Schwellenland und Mitglied der G20. Zudem hat Indonesien in 2011 den ASEAN-Vorsitz übernommen.

Foto: 710928003 via Flickr

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