Afghanistan: Ärzte ohne Grenzen eröffnet chirurgische Klinik in Kundus

Afghanistan: Ärzte ohne Grenzen eröffnet chirurgische Klinik in Kundus

(Ärzte ohne Grenzen, 18.11.2011) Kabul/Berlin, 17. Oktober 2011. Die Nothilfeorganisation Ärzte ohne Grenzen hat angesichts des andauernden Konflikts in Afghanistan eine chirurgische Klinik mit 55 Betten in der Provinz Kundus eröffnet. In dem Krankenhaus werden dringende Operationen von Verletzten durchgeführt, die sich in Lebensgefahr befinden. Die Patienten werden dort auch nachbehandelt. Die Klinik hat Ende August den Betrieb aufgenommen.

In der Provinz Kundus haben die Kämpfe im vergangenen Jahr zu vielen Patienten mit Schusswunden oder Verletzungen durch Bomben- und Granatsplitter geführt.

Das neu eröffnete Krankenhaus ist die einzige chirurgische Klinik ihrer Art in Nord-Afghanistan. Sie verfügt über eine Notaufnahme, zwei Operationssäle und eine Intensivstation sowie über Röntgengeräte und ein medizinisches Labor. Es gibt getrennte Stationen für Frauen und Männer.

Die Behandlung ist kostenlos und steht jedem offen, der gewaltsam oder als Folge eines Unfalls verletzt wurde. „Für uns sind alle, die zu uns kommen, einfach Patienten“, sagt Dr. Dorian Job, medizinischer Koordinator von Ärzte ohne Grenzen in Afghanistan. „Jede verletzte Person hat das Recht auf eine medizinische Behandlung. Wir machen keinen Unterschied zwischen Zivilisten und Kämpfern.“

In allen Einrichtungen von Ärzte ohne Grenzen in Afghanistan gilt die strikte Richtlinie: Keine Waffen in unseren Einrichtungen. Damit wird die Sicherheit der Patienten gewährleistet. Es ist zwingend notwendig, dass sich keine bewaffneten Personen in medizinischen Einrichtungen aufhalten, da diese dadurch zum Ziel von Angriffen werden könnten.

Es ist die Pflicht aller Konfliktparteien, die Regeln des humanitären Völkerrechts sowie den Schutz und die Achtung der medizinischen Einrichtungen, des medizinischen Personals und der Patienten zu respektieren.

Teams von Ärzte ohne Grenzen arbeiten auch im Ahmed Shah Baba-Krankenhaus im Osten Kabuls und im Boost-Krankenhaus in Lashkar Gah in der Provinz Helmand. An beiden Standorten bietet Ärzte ohne Grenzen eine kostenlose lebensrettende medizinische Versorgung an und arbeitet in allen Abteilungen der Krankenhäuser. Ärzte ohne Grenzen finanziert die Projekte in Afghanistan ausschließlich mit privaten Spenden und nimmt keine staatlichen Gelder dafür an.
Foto: mgrenner57 via Flickr

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