Sechs Wochen vor dem G20-Gipfel

Sechs Wochen vor dem G20-Gipfel
( Oxfam, 26.09.2011)Berlin, 21 | September | 2011Mehr als 1.000 Wirtschaftswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler, darunter 107 Deutsche, haben einen Offenen Brief an die G20 und Bill Gates unterzeichnet. Ihre Forderung: Die Einführung einer Finanztransaktionssteuer, mit deren Einnahmen weltweit die Bekämpfung der Armut und Maßnahmen zum Schutz des Klimas finanziert werden sollen.

Dem Aufruf haben sich auch 107 deutsche Unterzeichner/innen angeschlossen, darunter der ehemalige Wirtschaftsweise Jürgen Kromphardt, der ehemalige Staatssekretär Heiner Flassbeck und Börsen-Experte Dirk Müller. Ihre Namen finden sich neben denen internationaler Experten wie Jeffrey Sachs, Sonderberater von UN-Generalsekretär Ban Ki-moon, Dani Rodrik, Professor für Politische Ökonomie an der Harvard University und Christian Fauliau, ehemals leitender Volkswirt bei der Weltbank.

Die Finanztransaktionssteuer wird beim G20-Gipfel, der in sechs Wochen in Cannes, Frankreich stattfindet, auf der Agenda stehen. Microsoft-Gründer und Philanthrop Bill Gates wird dort einen Bericht zu innovativen Finanzierungsmechanismen vorlegen.

„Die Zeit für die Steuer ist reif“

Im Brief heißt es: „Die Zeit für die Steuer ist reif. Die Finanzkrise hat uns die Gefahren eines unregulierten Finanzwesens gezeigt … Schon bei einem sehr niedrigen Steuersatz von 0,05 Prozent oder weniger könnte die Steuer Hunderte von Milliarden Dollar jährlich einbringen und übermäßige Spekulationen eindämmen. Großbritannien erhebt bereits eine Steuer auf Aktientransaktionen von 0,5 Prozent – das Zehnfache dieses Steuersatzes – ohne dass sich dies übermäßig auf die Wettbewerbsfähigkeit der City of London auswirkt.“

Jörn Kalinski, Oxfam-Kampagnenleiter und Mitglied der Kampagne „Steuer gegen Armut“: „Wenn sich über 1.000 Ökonom/innen aus 53 Ländern einig sind, dass die Steuer sinnvoll und machbar ist, sollten auch die letzten Skeptiker klein beigeben. Einnahmen aus der Steuer werden dringender denn je für Armutsbekämpfung und Klimaschutz hier in Deutschland und weltweit benötigt.“

Das Kampagnenbündnis “Steuer gegen Armut” wird von 100 Nichtregierungsorganisationen, kirchlichen Gruppen, Gewerkschaften, Parteien und Einzelpersonen getragen.
Steuer gegen Armut

Foto: Downing Street via Flickr

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