Daimler AG profitiert doppelt von Rüstungslieferungen an die Konfliktparteien im Libyenkrieg

Daimler AG profitiert doppelt von Rüstungslieferungen an die Konfliktparteien im Libyenkrieg

(ORL) Stuttgart / Freiburg / Köln

„Verbessertes Tötungspotential” Daimler AG profitiert doppelt von Rüstungslieferungen an die Konfliktparteien. Kritische Aktionäre verweigern in Gegenanträgen Daimler-Vorstand die Entlastung.

„Wegen der doppelten Profite der Daimler AG aus Rüstungslieferungen an das Gaddafi-Regime und an die ‚Koalition der Willigen’ und der damit verbundenen Mitschuld am Einsatz dieser Waffen“ verweigern die Kritischen AktionärInnen Daimler (KAD) auf der Hauptversammlung am 13. April in Berlin dem Vorstand unter Dieter Zetsche die Entlastung.

Im Mittelpunkt der Kritik stehen laut KAD-Sprecher Paul Russmann die Lieferungen von Daimler-Mercedes-Panzertransportern und Daimler/EADS-Panzerabwehrraketen des Typs Milan an das Gaddafi-Regime: „Mercedes-Militärfahrzeuge, wahrscheinlich vom Typ ACTROS 4860, transportierten Panzer der libyschen Streitkräfte ins Kriegsgebiet für ihren Vormarsch nach Bengazi. Sie ermöglichen so den Feldzug der libyschen Regierung gegen die eigene Bevölkerung. Dazu kommen noch Panzerabwehrraketen vom Typ Milan im Wert von 168 Millionen Euro, produziert in einem bayerischen Werk der EADS – deren Hauptaktionär die Daimler AG ist.“ Besonders „menschenverachtend“ ist für Russmann die Eigenwerbung für die Milan-Rakete mit den Worten „verbessertes Tötungspotential“.

Wie eng die Geschäftsbeziehungen mit dem diktatorischen Regime von Muammar al-Gaddafi bereits vor Ausbruch des Krieges gewesen sind, belegt laut KAD die Tatsache, dass die Daimler-Tochter EADS in der libyschen Hauptstadt Tripolis eigens eine Repräsentanz eingerichtet hat.

Bild: US Army Africa via flickr

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