Agrotreibstoffe weder fair noch ökologisch

Agrotreibstoffe weder fair noch ökologisch

Zur aktuellen E10-Diskussion: Agrotreibstoffe sind weder fair noch ökologisch und verstärken das Hungerproblem weltweit. Flugschrift der Aktion 3.Welt Saar führt in die Diskussion ein.

(Aktion 3. Welt Saar) “Der Treibstoff E10 ist weder sonderlich ökologisch noch C0² neutral. Im Gegenteil, weltweit heizt er den Run auf fruchtbares Ackerland an und verschärft das Hungerproblem.” So kommentiert Ingrid Röder von der Aktion 3.Welt Saar die aktuelle E10 Diskussion. Sie ist Autorin der von der Aktion 3.Welt Saar publizierten Flugschrift “Agrotreibstoffe weder öko noch fair – Warum Energie dezentral produziert werden soll”. Die vierseitige Publikation bietet eine knappe Einführung in die Thematik und eignet sich zum Einsatz in der (außer-) schulischen Bildungsarbeit. “Heute wird in der 3. Welt bestes Ackerland für den Energiehunger in der 1. Welt in Beschlag genommen. Die Euphorie um die Energiepflanzen wird begleitet von einem “Weiter so” anstatt Schritte zu einem Umdenken in Richtung Energiesparen und kleineren Autos einzuleiten”, so Ingrid Röder.

Die Lösung scheint einfach: Nachwachsende pflanzliche Rohstoffe wie Palm-, Soja- und Rapsöl sowie Ethanol sollen das Energieproblem lösen und langfristig Erdöl ersetzen. Der alte jahrhundertealte Traum der Menschheit von einem perpetuum mobile ist zum Greifen nah. Soviel Sprit wir auch verbrauchen, er wächst einfach wieder nach. Von Jahr zu Jahr. Als Zuckerrüben und Raps in Deutschland, als Palmöl in Indonesien, Kolumbien und anderen 3.Welt Ländern. Etwas weniger träumerisch agieren diejenigen, die bereits heute beste Ackerböden in Afrika, Asien und Lateinamerika aufkaufen zum Anbau von Energiepflanzen. Dass die Nutznießer des Anbaus in der 1. Welt sitzen, hat keinen Einfluss auf die saubere Ökobilanz. Und die Sozialbilanz spielt bei diesem Wettlauf um Ackerland schlichtweg keine Rolle. Das Heilsversprechen, mit Agrotreibstoffen das Energieproblem zu lösen, erinnert an das Versprechen der Protagonisten der grünen Revolution in den 70’ern, den Hunger zu besiegen. Mit dem großflächigen Anbau von Nahrungspflanzen in der 3. Welt und dem intensiven Einsatz chemischer Düngung sollte der Hunger der Vergangenheit angehören. Das Gegenteil trat ein. Der Hunger wuchs und mit ihm eine industrielle Landwirtschaft mit hohem Pestizideinsatz.

Die Flugschrift erschien in einer Auflage von 10.000 Exemplaren. Unterstützt wurde die Herausgabe von der Stiftung Demokratie Saarland, dem Evangelischen Entwicklungsdienst und von InWent gGmbH aus Mitteln des BMZ. Sie wird kostenlos (gegen Rückporto) auch in größerer Anzahl abgegeben. Auf der Internetseite der Aktion 3.Welt Saar steht sie auch zum Download zur Verfügung.

Bild: astrablog via flickr

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