CARE: Nur echte Entwicklungskooperation kann Flüchtlingsstrom stoppen

CARE: Nur echte Entwicklungskooperation kann Flüchtlingsstrom stoppen

(CARE/ Johanna Mitscherlich), Bonn. Die humanitäre Hilfe für die arabischen Staaten muss dringend aufgestockt und eine langfristigere Entwicklungszusammenarbeit angestrebt werden, so die Hilfsorganisation CARE Deutschland-Luxemburg. Europa, so der CARE-Vorsitzende und ehemalige Staatssekretär Heribert Scharrenbroich, könne nicht seine Grenzen schließen und Italien mit den Flüchtlingsströmen alleine lassen. „Europa hat jahrelang vom Gaddafi-Regime profitiert. Jetzt ist es an der Zeit für eine neue europäische Solidarität.“ Die EU sei aufgefordert schnellstmöglich einen Plan zu entwickeln, wie sie mit dem zu erwartenden Zustrom von Flüchtlingen aus Afrika umgehen wolle.

„Abschreckung und Abschottung dürfen keine dauerhaften Lösungen sein. Wir müssen für unsere europäischen Werte einstehen und ein humanes Konzept im Umgang mit Flüchtlingen bereithalten“, so Scharrenbroich. Für eine langfristige Lösung müsse den Menschen in den arabischen Ländern eine Perspektive gegeben werden. Als Sofortmaßnahme sei jetzt eine „Intensivierung von Bildungs-, Arbeitsbeschaffungs- und Infrastrukturmaßnahmen notwendig“.

„Die Unruhen in den arabischen Ländern schreien förmlich nach Unterstützung beim Aufbau von demokratischen Strukturen und der Bekämpfung von Korruption. Diese Unterstützung wäre vor allem eine Wiedergutmachung für das Paktieren mit autokratischen Regimes, die ohne Erbarmen die Menschenrechte ihrer Bürger verletzt haben. Mit Altruismus hat das nichts zu tun“, so der CARE-Vorsitzende. In Zukunft müsse Europa wesentlich kritischer sein beim Eingehen von Bündnissen, und korrupten oder die Menschenrechte verletzenden Regierungen die Unterstützung entziehen.

Vor allem private humanitäre Nichtregierungsorganisationen müssten weiter gestärkt werden, um mit ihrer jahrzehntelangen Erfahrung vor Ort einen wertvollen Beitrag für die Entwicklung der arabischen Staaten leisten zu können, da sie nicht mit den vermutlich noch lange korrupten Verwaltungen der Länder zusammenarbeiten.

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Bild: medico international via flickr

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