Gudrun Kopp reist nach Kenia

Gudrun Kopp reist nach Kenia

(BMZ) Die Parlamentarische Staatssekretärin Gudrun Kopp ist gsetern zu einer drei­tägigen Reise nach Kenia auf­ge­brochen. Sie wird sich vor Ort über die deutsche Ent­wick­lungs­zusammen­arbeit mit dem Land in­formieren. Auf dem Programm stehen Gespräche mit hoch­rangigen Regierungs­vertretern und Vertretern der Zivil­gesell­schaft sowie Besuche von Projekten der deutschen Ent­wicklungs­zu­sammen­arbeit.

Kenia hat die größte und leistungsstärkste Volks­wirtschaft Ost­afrikas. Seit dem Ende der Ein­parteien­herr­schaft im Jahr 2003 hat die kenianische Regierung beispielhafte Reformen eingeleitet: Durch eine Liberali­sierung der Wirtschafts­ordnung, Korrup­tions­be­kämpfung, die Verbesserung der Rechts­staatlichkeit sowie die Versorgung mit sozialen Grunddiensten, hat sie ver­sucht, die Situation im Land zu verbessern. Die Regierung strebt an, dass Kenia bis 2030 den Status eines Schwellenlandes erreicht.

“Die Entwicklungspotenziale Kenias sind be­ein­druckend, und Kenia ist ein selbstbewusster und leistungsfähiger Partner. Gleichzeitig steht Kenia jedoch vor großen Herausforderungen in seinem demo­kra­tischen Reife­prozess”, so Gudrun Kopp vor ihrer Abreise.

Die Probleme, vor denen Kenia beim Aufbau einer stabilen Demo­kra­tie steht, wurden zuletzt bei den Parlaments- und Präsident­schafts­wahlen im Dezember 2007 deutlich. Es kam dabei zu offen­sichtlichen Mani­pu­lationen und in der Folge zu gewalt­samen Aus­ein­ander­setzungen mit etwa 1.200 Todesopfern. Mit der fried­lichen Lösung der Krise und der Ver­ab­schiedung einer neuen Ver­fassung im August 2010 bewies das Land den Willen und die Fähigkeit, solche Heraus­forderungen mit Unter­stützung der inter­natio­nalen Gemeinschaft zu bewältigen.

“Entscheidend für die Nachhaltigkeit der erzielten Ent­wick­lungs­ergeb­nisse wird sein, ob die kenianische Regierung ihr Reform­tempo auf­recht­erhält und es gelingt, eine Kultur der Rechen­schaft und Rechts­staat­lichkeit zu schaffen. Nur dann sind die Voraus­setzungen für eine friedliche und nach­haltige Ent­wick­lung Kenias gegeben”, erklärte Gudrun Kopp. Zudem wird Frau Kopp das Thema der geschlechts­spezi­fischen Gewalt (Gender Based Violence – GBV) auf die Agenda der politischen Gespräche setzen.

Deutschland will die Zusammenarbeit mit Kenia weiter ausbauen und das Land bei der Umsetzung der neuen Verfassung und bereits lau­fen­der struktureller Re­formen unterstützen. Dafür hat die Bundes­regierung Kenia im September 2010 neue Mittel in Höhe von 138 Millionen Euro für drei Jahre zugesagt. Die deutsche Unter­stützung wird sich in Zukunft noch stärker an konkreten Ergeb­nissen orientieren.

Schwerpunkte der Zusammenarbeit mit Kenia sind die Ent­wick­lung des Wasser­sek­tors, die Unter­stützung des Gesund­heits­sektors und die Privat­sektor­förderung in der Landwirtschaft.

Dabei setzt Deutschland auf die Eigen­ver­ant­wortung des kenianischen Staates. Ziel der deutschen Unter­stützung ist, die Menschen in Kenia in ihren Poten­zialen so zu stärken, dass sie fähig werden, ihre Armut aus eigener Kraft zu über­winden und an den wirt­schaft­lichen Prozessen des Landes teilzuhaben.

Deutschland stärkt darum die Rolle des Privat­sek­tors in Kenia und leistet somit einen wichtigen Bei­trag zu einem nach­hal­tigen Wirt­schafts­wachstum. Auch die Aus- und Weiter­bildung von Fach­kräften als Grund­lage eines leistungs­fähigen Privat­sektors ist Bestand­teil der Ent­wick­lungs­zusammenarbeit mit Kenia.

Bild: teachandlearn via flickr

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