Transportkorridore im südlichen Afrika: Entwicklungsmotoren und „weiße Elefanten“

Transportkorridore im südlichen Afrika: Entwicklungsmotoren und „weiße Elefanten“

Am 29. November erklärten die Regierungen Mosambiks und Südafrikas, die Ein- und Ausreise auf dem Weg von Johannesburg nach Maputo künftig an einem gemeinsamen Grenzposten abzuwickeln; die Dauer des Grenzübergangs werde so fast halbiert.

Die Zusammenarbeit zwischen Mosambik und Südafrika ist vorbildlich für die zahlreichen transnationalen Infrastrukturprojekte im südlichen Afrika, die gegenwärtig wiederbelebt oder weiter ausgebaut werden. Sie sind zentraler Bestandteil der Entwicklungspolitik im südlichen Afrika. Diese Transportkorridore können nicht nur die Entwicklung ihrer Start- und Endpunkte beeinflussen, sondern sollen durch Einbindung in regionale und globale Wirtschaftsketten entlang der gesamten Route Entwicklungsimpulse auslösen. Doch ihrem beträchtlichen Potenzial stehen Probleme bei der Umsetzung gegenüber.

— Die Korridore können bedeutende Wirtschaftsimpulse für die Nachbarländer erzeugen. Da sie aber zumeist direkt mit Südafrika verbunden sind, verfestigen sie gleichzeitig die bestehenden wirtschaftlichen Abhängigkeiten.

— Die Wirtschaftlichkeit von Korridoren ist in den Fällen ohne südafrikanische Beteiligung an den Export von Rohstoffen gebunden. Korridorprojekte ohne direkte Anbindung an Südafrika sind wesentlich schwieriger zu realisieren.

— Dem erfolgreichen namibischen Walvis-Bay-Korridor stehen die nur mäßig erfolgreichen Projekte in Mosambik sowie das malawische Hafenprojekt in Nsanje gegenüber, das vor allem politisch motiviert und ohne wirtschaftliche Grundlage ist.

— Über Verkehrsinfrastruktur hinausgehende Entwicklungsaspekte spielen bislang eine untergeordnete Rolle. Die Beschäftigungswirkung der Korridore ist insofern begrenzt. Dies wird besonders bei den ohnehin problembehafteten Korridoren in Mosambik deutlich, gilt aber auch – trotz deren insgesamt positiver Entwicklung – für die namibischen Korridore.

GIGA -Focus Afrika (11/2010)
von Johannes Plagemann und Sören Scholvin

Bild:via flickr: nilsrinaldi

About the Author