Wander­aus­stellung zur Über­windung der weiblichen Genital­verstümmelung

Wander­aus­stellung zur Über­windung der weiblichen Genital­verstümmelung

Berlin, 12.01.2011-Die Parlamentarische Staatssekretärin Gudrun Kopp eröffnete im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Ent­wicklung (BMZ) in Berlin im Rahmen der “Menschen­rechts­offensive” des BMZ die Wanderausstellung “Sie versprachen mir ein herrliches Fest” im Beisein zahlreicher Vertreterinnen von Nichtregierungsorganisationen und Parlamentarierinnen.

“Damit setzt das BMZ ein wichtiges Signal”, so Kopp, “dass der Kampf gegen die weibliche Genitalverstümmelung (FGM) kein Nischenthema ist”, sondern ein zentrales Thema im weltweiten Kampf zur Beendigung dieser schweren Menschen­rechts­verletzung.

“Das BMZ möchte diese gravierende Menschenrechtsverletzung an Mädchen und Frauen, die in vielen Partnerländern eine besondere Relevanz für die deutsche Entwicklungspolitik hat, ins Blickfeld rücken”, sagte Kopp.

Nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation sind welt­weit etwa 140 Millionen Mädchen und Frauen von der Ver­stümmelung ihrer Genitalien betroffen. 3 Millionen Mädchen sind jedes Jahr gefährdet, dem Eingriff unterzogen zu werden. Die Praktik kommt vor allem in 28 afrikanischen Ländern vor. Aufgrund von Migrationsbewegungen rückt das Thema mehr und mehr in den Fokus westlicher Industrieländer. Allein in Deutschland sind nach Schätzungen etwa 30.000 Frauen und Mädchen direkt betroffen oder von ihr bedroht.

“Der Kampf gegen alle Formen der Genitalverstümmelung braucht eine Lobby– nicht nur in den betroffenen Entwicklungsländern, sondern auch in Deutschland”, forderte die Parlamentarische Staatssekretärin. Hier leben circa 30.000 Frauen und Mädchen, denen diese Verletzung selbst widerfahren ist, oder die von ihr bedroht sind. In Deutschland lebende Mädchen müssen aber auch vor dem Risiko beschützt werden, im Ausland Opfer einer Genitalverstümmelung zu werden, beispielsweise bei einem Ferienaufenthalt im Herkunftsland der Familie.

“Der Staat ist verpflichtet, die gefährdeten Frauen und Mädchen vor diesem schwerwiegenden Eingriff in das Recht auf körperliche Unversehrtheit zu schützen. Die Ausstellung dokumentiert eindrucksvoll, wie dieser Menschenrechtsverletzung erfolgreich entgegen getreten werden kann: mit Mut, gemeinsamem Engagement, durch Aufklärung und durch kulturell angepasste Maßnahmen”, so Kopp.

Text: BMZ
Bild: United Nations Photo

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