740.000 Stimmen gegen Armut 


740.000 Stimmen gegen Armut 


Berlin (epo.de). – Mehr als 740.000 Menschen in Deutschland haben von der Bundesregierung mehr Einsatz im Kampf gegen die weltweite Armut gefordert. Die Aktion “Deine Stimme gegen Armut” hatte im Vorfeld des Weltarmutsgipfels in New York (20. bis 22. September) Unterschriften gesammelt, um die Erreichung der Millenniums-Entwicklungsziele (MDG) zu forcieren. Die Stimmen wurden am Donnerstag in Berlin der Öffentlichkeit präsentiert.

“740.000 Stimmen gegen Armut dürfen nicht überhört werden. Die Bundesregierung muss alles dafür tun, um in New York ein starkes Aufbruchsignal zu setzen – jedenfalls stärker als bisher geplant. Wir brauchen aber keine neuen Versprechen, sondern einen verbindlichen Plan, wie die bisherigen Versprechen umgesetzt werden”, sagte der VENRO-Vorstandsvorsitzende Ulrich Post, der insgesamt 118 deutsche Nichtregierungsorganisationen vertritt. In New York müsse ein konkreter Aktionsplan für arme und reiche Länder verabschiedet werden.

Unterstützt wird “Deine Stimme gegen Armut” von Tatort-Kommissaren, internationalen Aktivisten und Künstlern. 
”Armut in Indien bedeutet, dass jedes Jahr 1,95 Millionen Kinder vor ihrem fünften Geburtstag sterben. Ohne ein stärkeres Engagement wird das Ziel, die weltweite Kindersterblichkeit zu senken, nicht erreichbar sein”, sagte der indische Kinderrechtsaktivist George Chira.

Die Sängerin Joana Zimmer wies darauf hin, dass über 80 Prozent der Menschen mit Behinderung in Entwicklungsländern leben. “Sie sind besonders von Armut betroffen und müssen bei der Verwirklichung der Entwicklungsziele berücksichtigt werden.” “Tatort”-Kommissar Sebastian Bezzel sieht in der Bekämpfung weltweiter Armut und der Bekämpfung des Klimawandels die zwei zentralen Aufgaben der Menschheit. “Nur wenn wir diese Probleme in den Griff bekommen, werden wir in Zukunft in Frieden und Wohlstand leben können. Ich selbst kann dazu beitragen, in dem ich als Bürger meine Stimme gegen Armut erhebe und andere Menschen auf diese Themen aufmerksam mache.”

Vom 17.-19. September finden in Deutschland und weltweit “Stand Up”–Aktionen gegen Armut statt. Jeder kann sich daran beteiligen: auf Marktplätzen, in Schulen, Universitäten, Kirchen, auf Sportplätzen oder in Firmen. 
Auf dem Weltarmutsgipfel in New York vom 20. bis 22. September wird Bilanz über die Umsetzung der MDG gezogen. Im Jahr 2000 hatten 189 Staaten die Millenniumserklärung verabschiedet, deren oberstes Ziel die Halbierung der weltweiten Armut bis 2015 ist.

Bild: Annabel Hervieu/Oxfam International, via flickr

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