Anpassung an die Ungewissheit – Afrikas Landwirtschaft im Klimawandel

Anpassung an die Ungewissheit – Afrikas Landwirtschaft im Klimawandel

(GIGA)

Ausgabe 5/2010 des GIGA Focus Afrika ist erschienen und steht unter
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Anpassung an die Ungewissheit – Afrikas Landwirtschaft im Klimawandel
Christine Chemnitz und Heike Höffler

„Landwirtschaft kann Teil der Lösung sein“, so die Botschaft der UN-Organisation für Ernährung und Landwirtschaft (Food and Agricultural Organization of the United Nations, FAO) zum Auftakt des Bonner Zwischengipfels der UN-Klimarahmenkonvention (UNFCCC) im Mai 2010. Der Agrarsektor soll in den internationalen Klimaverhandlungen als Schlüsselsektor anerkannt werden, da die Anpassung der Landwirtschaft an den Klimawandel, vor allem in Subsahara-Afrika, ein drängendes Problem darstellt. Im August 2010 ist allerdings auch der zweite Bonner Zwischengipfel in Vorbereitung auf die Vertragsstaatenkonferenz im Dezember in Cancun (Mexico) diesbezüglich ergebnislos verlaufen.

Analyse
Afrikas Beitrag zum weltweiten Klimawandel ist sehr gering, jedoch der Kontinent von den Auswirkungen des Klimawandels besonders negativ betroffen. Aufgrund der Klimaveränderungen wird es in der afrikanischen Landwirtschaft zukünftig schwerwiegende Produktionseinbrüche geben, durch die Armut und Hunger zunehmen werden. Die Finanzierung der notwendigen Anpassungsleistungen an den Klimawandel hinkt den internationalen Zusagen hinterher und verzögert Anpassungsmaßnamen im ländlichen Afrika.

— Trotz der noch unsicheren Modellrechnungen zu den Auswirkungen des Klimawandels auf die landwirtschaftliche Produktion in Afrika besteht weitgehende Einigkeit darüber, dass es zu Temperaturanstieg, Wüstenbildung und häufigeren Extremwetterlagen kommen wird.

— Der Klimawandel wird entscheidende Entwicklungshemmnisse wie Armut, Hunger und Mangelernährung im ländlichen Afrika verstärken. Eine erfolgreiche Anpassung an die Klimaveränderungen erfordert einen komplexen Prozess, der agrarökologisch-technische, wirtschaftliche, sozialpolitische und politisch-institutionelle Innovationen beinhaltet.

— Zugleich besteht ein hoher Zeitdruck für die notwendigen Anpassungsmaßnahmen, da erfolgreiche Innovationen in den kleinbäuerlichen Produktionssystemen Afrikas mindestens zehn Jahre bis zu ihrer flächendeckenden Übernahme benötigen.

— Die finanzielle Unterstützung für Afrikas Anpassung an den Klimawandel durch die Industrieländer, die maßgeblich für die Klimaveränderungen verantwortlich sind, ist bisher nicht ausreichend. Die bi- und multilateralen Zahlungen blieben weit hinter den Zusagen zurück.

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Bildquelle: Jchetan

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