SODI erinnert an den Internationalen Tag der Agent Orange Opfer

SODI erinnert an den Internationalen Tag der Agent Orange Opfer

Berlin, 09.08.2010

(SODI) Am 10. August, dem Internationalen Tag der Agent Orange Opfer, erinnert der Solidaritätsdienst-international e.V. (SODI) an die Spätfolgen des Vietnamkriegs. Vor knapp 50 Jahren versprühten die US-Streitkräfte das Gift Agent Orange. Die Folgen sind für unzählige Vietnamesen und das Land Vietnam jedoch noch lange nicht überwunden.

Am 10. August 1961 wurde zum ersten Mal das äußerst gefährliche Toxin Agent Orange durch die US Air Force über Laos, Kambodscha und Vietnam versprüht. SODI weist darauf hin, dass das Gift auch knapp 50 Jahre später noch immer massiv Menschen und Umwelt schädigt. Der Berliner Verein ruft auf, sich an der Unterschriftenkampagne für Gerechtigkeit und Entschädigung für Agent Orange Opfer weiterhin zu beteiligen.

Agent Orange ist ein hochgiftiges Pflanzenvernichtungsmittel, das im Vietnamkrieg von der US Air Force eingesetzt wurde, um den Dschungel zu entlauben und die Ernte zu vernichten. Der äußerst gesundheitsschädlichen Chemikalie ist TCDD, das schädlichste aller Dioxine und die giftigste der bekannten künstlich hergestellten Substanzen, beigemengt. Hergestellt und geliefert wurde Agent Orange von 36 US-Konzernen, unter ihnen Monsanto. Der Konzern produziert nach wie vor hochgiftige Herbizide und ist heute mit 90% Marktanteil der größte Anbieter von gentechnisch verändertem und patentiertem Saatgut. „Monsanto-Patente zwingen besonders Kleinbauern in Entwicklungsländern in neue Verschuldungen und Abhängigkeitsverhältnisse“, so Ettina Zach, SODI-Referentin für Kampagnen- und Bildungsarbeit.

Die gravierenden Folgen des Vietnamkrieges sind noch immer nicht überwunden. Frank Ludwig, SODI-Projektmanager Vietnam, weist auf die dramatischen Auswirkungen von Agent Orange hin: “Dioxine sind nur schwer biologisch abbaubar. Weite Teile Vietnams sind noch immer kontaminiert und schon kleinste Mengen Dioxin beeinflussen den Zellstoffwechsel und die Zellteilung”. Das Erbgut vieler Vietnamesen ist langzeitig geschädigt, Nahrungskette und Böden sind mit TCDD verseucht. Missbildungen, Unfruchtbarkeit und Erkrankungen wie Krebs, Herz- und Gefäßerkrankungen sind Spät- und Langzeitfolgen des Toxins Agent Orange. Über drei Millionen Vietnamesen sind laut Vietnamesischer Vereinigung für Agent Orange (VAVA) durch das Gift geschädigt.

Seit Jahren ermöglicht SODI mit Förderung des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Spenden Selbsthilfeprojekte in Vietnam, in denen auch Agent Orange Opfer Unterstützung finden. Um sie politisch zu stärken, betreibt SODI eine Unterschriftenkampagne. Bisher wurden über 25.000 Unterschriften gesammelt. Damit unterstützt SODI die Klage von drei vietnamesischen Agent Orange Opfern und VAVA gegen die 36 US-Hersteller vor US-Gerichten. Die Zivilklage wurde bereits drei Mal abgewiesen. Eine neue Klageschrift, in der Agent Orange Opfer der zweiten Generation als Kläger auftreten werden, wird laut VAVA aktuell vorbereitet.

Für die SODI-Projekte können Spenden unter dem Kennwort “17. Breitengrad” und auf das SODI-Spendenkonto 10 20 100 bei der Bank für Sozialwirtschaft, BLZ 100 205 00 getätigt werden.

Eine Online-Unterschrift zur Unterstützung der Kampagne kann unter https://www.sodi.de/donate_sign2.php getätigt werden.

à Ihre Ansprechpartner sind: Frank Ludwig, Projektmanager Vietnam (f.ludwig@sodi.de) oder Ettina Zach, Referentin für Kampagnen- und Bildungsarbeit (e.zach@sodi.de), unter 030-928 60 47 zu erreichen.

à Der Solidaritätsdienst-international e.V. (SODI), ist eine Nichtregierungsorganisation, die Selbsthilfeprojekte der Entwicklungszusammenarbeit in Asien, Afrika und Lateinamerika realisiert sowie humanitäre Hilfe in Osteuropa leistet. Seit 1990 hat SODI über 800 Projekte im Wert von 55 Millionen Euro auf vier Kontinenten verwirklicht. Der Verein bekommt seit 1994 das Spenden-Siegel des Deutschen Zentralinstituts für soziale Fragen verliehen.

Bildquelle: Joffley, via flickr

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