NRO-Fazilität: Welthungerhilfe-Präsidium fasst Beschluss

NRO-Fazilität: Welthungerhilfe-Präsidium fasst Beschluss

(www.welthungerhilfe.de)

Bonn. – Zur aktuellen Diskussion um die vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) zusätzlich für Afghanistan bereit gestellten Mittel schlägt der Vorstandsvorsitzende der Welthungerhilfe, Wolfgang Jamann, die Rückkehr zu einer sachlichen Auseinandersetzung im Sinne der wirksamen Arbeit vor Ort vor. “Wir sollten die bislang gut funktionierenden partnerschaftlichen Prinzipien zwischen BMZ und NROen beachten – im Interesse der afghanischen Zivilbevölkerung, der Sicherheit unserer Mitarbeiter vor Ort und der politischen Kultur in Deutschland.”

Bildquelle: soldiersmediacenter

Das Präsidium der Welthungerhilfe hat sich eingehend mit der neuen Afghanistan-Fazilität auseinander gesetzt und folgenden Beschluss gefasst:

“Die Welthungerhilfe arbeitet seit 1993 erfolgreich in Afghanistan, derzeit in zwei Projektstandorten, Shebergan und Jalalabad. Die dort bestehenden erfolgreichen Projekte werden fortgeführt, wir suchen aber auch sinnvolle Anschlussmöglichkeiten sowie Ausweitungen. Bei diesen Projekten werden die bestehenden Positionen zur Unabhängigkeit von humanitärer Hilfe und Entwicklungszusammenarbeit sowie die Prinzipien der zivil-militärischen Zusammenarbeit strikt beachtet. Zudem streben wir eine bestmögliche Sicherheitsanalyse an und treffen bestmögliche Sicherheitsvorkehrungen für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Wir wissen aber auch, dass es keine hundertprozentige Sicherheit gibt.

Zur Finanzierung setzt die Welthungerhilfe ein breites Spektrum an Kofinanzierungsmitteln ein, und strebt durch den Einsatz verfügbarer Eigenmittel nach größtmöglicher Unabhängigkeit. Sie prüft sorgfältig Mittel von Zuwendungsgebern, die im Kontext von zivil-militärischer Strategie angeboten werden und beantragt diese nur, wenn die o.g. Prinzipien berücksichtigt sind. Dies gilt auch für die neu ausgeschriebene NRO-Fazilität des BMZ. 

Hier wird die Welthungerhilfe bei ihren Anträgen in einer Präambel auf ihre bestehenden Neutralitätsprinzipien hinweisen, und keine Projektbedingungen akzeptieren, die diesen widersprechen.”

Die Welthungerhilfe ist seit 1980 ohne Unterbrechung in Afghanistan tätig. Zunächst wurden afghanische Flüchtlinge an der Grenze zu Pakistan versorgt, seit 1992 gibt es ein Rahmenabkommen mit der Regierung. Seit 2001 wurden mehr als 100 Projekte durchgeführt. Schwerpunkte der Arbeit liegen im Norden und Osten des Landes, in den Bereichen ländliche Infrastruktur wie Trinkwasserversorgung, Bewässerungssysteme, Ernährungssicherung sowie Umwelt und Erosionsschutz. Außerdem führt sie Projekte zur kommunalen Dorfentwicklung sowie zur Schaffung von alternativen Einkommensmöglichkeiten für Opiumbauern durch.

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