Nicht gespart – an der richtigen Stelle:

Nicht gespart – an der richtigen Stelle:

Projektmittel für entwicklungspolitische NROs im Berliner Haushalt erhöht.

Nach langen Jahren der Stagnation und Kürzungen hat die rot-rote Regierungskoaltion heute im Doppelhaushalt 2010/11 eine Erhöhung der Mittel für entwicklungspolitische Projekte auf 500.000 EUR jährlich beschlossen. Die 75 im Berliner entwicklungspolitischen Ratschlag (BER) zusammengeschlossenen Nichtregierungsorganisationen (NRO) begrüßen dieses Bekenntnis zum Politikfeld Landesentwicklungspolitik.Berlin hat eine lebendige entwicklungspolitische Szene: Sie prägt maßgeblich den weltoffenen Charakter Berlins – mit Bildungs- und Kulturveranstaltungen füllen die NRO das Image Berlins als Weltmetropole mit Leben. Umgekehrt tragen sie mit Städtepartnerschaften, Entwicklungsprojekten und Kooperationen den „Berliner spirit“ in die weite Welt. Diese Arbeit wird jedoch überwiegend ehrenamtlich geleistet.

Dass es so nicht weiter gehen könne, habe nun auch der Senat verstanden, sagt Alexander Schudy, Geschäftsführer des BER: „Zahlreiche NRO sind mit Angeboten des Globalen Lernens an Berliner Schulen. Wer Qualität erwarte, muss auch die nötigen Mittel dafür bereitstellen.“Mit den Mitteln werden Projekte gefördert, eine kontinuierliche Personalförderung bleibt aber weiterhin unmöglich. „Das kann der Senat in einem weiteren Schritt ändern. Berlin sollte sich an dem Eine-Welt-Promotoren-Programm beteiligen“, so Schudy.

Der Verband Entwicklungspolitik deutscher NRO (VENRO) und die Arbeitsgemeinschaft der Eine Welt-Landesnetze (agl), in denen der BER Mitglied ist, koordinieren das bundesweite Programm nach dem Vorbild Nordrhein-Westfalens. Bund und Länder finanzieren dabei anteilig ein flächendeckendes Netz von Eine-Welt-Promotoren, die die entwicklungspolitischen Aktivitäten thematisch bündeln und vernetzen. Ein Promotor für den Fairen Handel zum Beispiel wäre auch für den Senat zentraler Ansprechpartner in Sachen fairer öffentlicher Beschaffung. Auch diese Beratungsleistung wird momentan fast ausschließlich ehrenamtlich geleistet.

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