Entwicklungspolitik auf die Ärmsten konzentrieren

Entwicklungspolitik auf die Ärmsten konzentrieren

Osnabrück, 26.10.2009. – Die Entscheidung der zukünftigen Bundesregierung, ein eigenständiges Entwicklungshilfeministerium beizubehalten, begrüßt terre des hommes als klares Bekenntnis zu globaler Verantwortung. Es muss nun ein deutliches Signal zur Stärkung seiner Kompetenzen im Kabinett folgen. Denn die dramatischen Auswirkungen von Finanz- und Klimakrise gerade in Entwicklungsländern erfordern eine kohärente Politik der Armutsbekämpfung.

Das Entwicklungshilfeministerium muss die Federführung für die Südpolitik der Bundesregierung behalten und sicherstellen, dass nicht außenwirtschaftliche Exportinteressen oder die Suche nach Absatzmärkten für subventionierte Agrarprodukte die Erfolge von Hilfsmaßnahmen zunichte machen. Dies erklärte Danuta Sacher, Geschäftsführerin von terre des hommes.

„Die Entwicklungspolitik muss durchstarten und dazu beitragen, dass die Zahl der Armen schnell wieder sinkt. Es ist unerträglich, dass nach wie vor täglich 25.000 Kinder unter fünf Jahren an den Folgen leicht zu behandelnder Krankheiten sterben“, so Danuta Sacher. Dafür sei politischer Wille erforderlich. „Anders als die FDP bisher vertritt, dürfen wir in der Entwicklungspolitik nicht auf das freie Spiel der Marktkräfte setzen, denn der Markt schützt nicht die Interessen der Ärmsten, sondern derjenigen, die sich am besten behaupten können. Dies sind gerade nicht die Armen, Frauen, Kinder, Landlosen oder Minderheiten. Marktradikale Konzepte sind erwiesenermaßen ungeeignet, Lösungen für die drängendsten Probleme wie Klimakrise, Ernährung, Bildung und Gesundheit, Demokratie und Menschenrechte zu finden.«

terre des hommes erwartet gemeinsam mit den anderen Entwicklungsorganisationen eine Fortsetzung des konstruktiven Dialogs zwischen dem BMZ und der nicht-staatlichen Fachorganisationen.

terre des hommes
www.tdh.de

Bild von kinderpate

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