Posts Tagged ‘ländliche Entwicklung’

Land grabbing – Kontinuität oder neues Phänomen?

Mittwoch, Juni 23rd, 2010

Großflächige Landnahmen stehen zurzeit im Mittelpunkt entwicklungspolitischer Diskussionen. Dabei ist „land grabbing“ kein neues Phänomen, sondern überwiegend die Kontinuität (neo)kolonialer und neoliberaler Politiken. Der aktuelle Umfang bringt es jedoch wieder in die Öffentlichkeit.

Aktuell wird in den Medien, in Forschungsberichten und insbesondere unter entwicklungs- und zivilgesellschaftlichen Gruppen das Thema „land grabbing“ intensiv diskutiert. Land grabbing wird überwiegend als großflächiger Kauf oder Pachtung fruchtbarer landwirtschaftlicher Fläche durch ausländische Investoren definiert. Dabei agieren sowohl staatliche, parastaatliche als auch private Investoren. Als Folge der großflächigen Landnahmen sehen Kritiker insbesondere die Gefahr von Landkonflikten und die Verdrängung der lokalen Bevölkerung, mit der Folge einer weiter abnehmenden Ernährungssicherung.

Mit der aktuell zu verzeichnenden Zunahme stellt sich aber auch die Frage, ob es sich um ein neues Phänomen handelt. Denn großflächige Landnahmen sind kein Ereignis der letzten zwei bis drei Jahre. Eindrückliches Beispiel ist die Reifenfirma „Firestone“, der seit 1926 eine große Gummi-Plantage in Liberia gehört. Oder südafrikanische Farmer, die bereits in der zweiten Hälfte der 1990er Jahre Interesse an großen Landflächen im südlichen Afrika zeigten. Andere Fälle früherer großflächiger Landnahmen mit der Marginalisierung von Kleinbauern gibt es aus Kenia oder durch ausländische Investitionen in Indonesien. Standortvorteile, billige Arbeitskosten oder Hilfe von Regierungen in den Zielländern unterstützten diese Landnahmen und sind gegenwärtig ebenso ein Argument für Investoren. (weiterlesen …)

Spatial pattern of rural poverty and agricultural income in Malawi

Mittwoch, Februar 10th, 2010

Information of geographic distribution of rural poverty and agricultural income is relevant for policy makers, development cooperation and researchers. As in several developing countries rural poverty varies in Malawi. Overwhelmingly, the highest poverty rates and lowest agricultural income are found in the southern districts, while the central and northern districts have lowest rates and higher income respectively. Districts with a higher share of households involved in cash crop as well as food crops growing and respective related characteristics have a higher agricultural income and lower poverty headcount. For the full text see:
http://www.uni-koeln.de/phil-fak/afrikanistik/kant/data/Bohne-KANT2.pdf

“Dominance of poverty in rural areas …” – Ermittlung von ländlicher Armut durch Haushaltsbefragungen

Freitag, Januar 22nd, 2010

Ähnliche Aussagen zur Armut wie oben finden sich in vielen Auswertungen von nationalen Haushaltsbefragungen afrikanischer Staaten. Sie zeigen eine Persistenz und eine bestehende hohe Rate ländlicher Armut.

Nationale Haushaltsbefragungen (household surveys) bieten einen umfangreichen Blick auf soziale, ökonomische und infrastrukturelle Bedingungen. Im Gegensatz zu lokalen und regionalen Untersuchungen ermöglicht die hohe Anzahl an befragten Haushalten ein umfassendes gesellschaftliches Bild und die Erfassung der Wirkungen von Politik und Strategien. Durchgeführt im Abstand mehrerer Jahre, ermöglichen Haushaltsbefragungen einen Überblick über Veränderungen oder Persistenz gesellschaftlicher Faktoren. (weiterlesen …)

Welternährungstag am 16. Oktober: Ländliche Entwicklung als Schlüsselbereich der Entwicklungszusammenarbeit

Freitag, Oktober 16th, 2009

Am 16. Oktober ist Welternährungstag. Zeitgleich veröffentlicht die Food and Agriculture Organisation (FAO) der UNO neueste Zahlen zum Welthunger: Rund eine Milliarde Menschen leiden an Hunger – so viele, wie seit 1970 nicht mehr. Die Förderung ländlicher Entwicklung könnte diesen Umstand beheben.

Der Welternähungstag steht in diesem Jahr unter dem Thema „Achieving food security in times of crisis“ – „Ernährungssicherheit in Zeiten der Krise erreichen“. Jedoch ist an eine Ernährungssicherheit für große Teile der Weltbevölkerung nicht zu denken. Das 1. Millenniumsziel der Vereinten Nationen, die Zahl armer und hungernder Menschen weltweit bis 2015 zu halbieren, scheint in weite Ferne zu rücken. Im Gegenteil, entgegen der angestrebten Reduzierung, durchbrach nach den Schätzungen der FAO die Anzahl der Hungernden in diesem Jahr sogar die Milliardengrenze. Armut und Hunger sind ein Kreis aus dem nur schwer auszubrechen ist. (weiterlesen …)