Afrikameisterschaften im Fußball – Chance und Herausforderung für Angola

Am Sonntag begannen mit dem Spiel Angola gegen Mali die 27. Afrikameisterschaften im Fußball. Noch vor Beginn liegt jedoch bereits ein Schatten über dem Turnier, der ein großes europäisches Medieninteresse auf sich zog. Am Freitag wurde die Nationalmannschaft von Togo von Rebellen in Cabinda attackiert, was drei Tote und den Rückzug der togolesischen Mannschaft zur Folge hatte und zugleich ein negatives Bild auf Angola warf. Dabei sollten die Afrikameisterschaften eine kontinentale Vorbereitung auf die Weltmeisterschaften sein.

Chance für Angola

Zum ersten Mal trägt mit Angola ein portugiesischsprachiger Staat die Meisterschaften aus, die vom 10. bis 31. Januar stattfinden. Es kann angenommen werden, dass mit der Vergabe an Angola nun der ökonomische und politische Bedeutungszuwachs von Angola im südlichen Afrika anerkannt wird. Für Angola stellt die Afrikameisterschaft eine Chance zur weiteren Normalisierung nach jahrzehntelangem Bürgerkrieg dar. Dieser führte nach Schätzungen zu einer halben Million Toten und mehr als zwei Millionen Vertriebenen. Auch erhebliche Teile der Wirtschaft, Landwirtschaft und Infrastruktur wurden zerstört. Neben Investitionen in Infrastruktur sollten die Meisterschaften auch dem Ziel der Nationenbildung und Aussöhnung dienen. Der Slogan A country united and driven by football sollte dem Ziel der Verständigung zwischen Regionen und Ethnien Ausdruck verleihen. So wurde neben der Hauptstadt Luanda, auch Lubango und Benguela sowie Cabinda als Austragungsort ausgewählt. In Cabinda gibt es seit Jahrzehnten sezessionistische Bestrebungen, hinter denen sowohl ethnische als auch ökonomische Gründe stehen.

Schatten durch Angriff und Probleme im Vorfeld

Jetzt hat der Angriff die Unabhängigkeitsbestrebungen wieder in den Fokus gerückt und die Politik über den Sport gestellt.

Zudem zeichneten sich bereits im Vorfeld einige Probleme bei der Organisation ab. Neben dem verzögerten Neubau von Stadien und der Rasenansaat gab es auch Unklarheiten bei der Frage von Visa sowie bei der medizinischen Versorgung. Daneben steht auch die Gefahr von Kriminalität im Raum, die durch soziale Disparitäten verursacht wird. Nach Planungen sollten die Ticketpreise bei 10 US-Dollar liegen, was für einen Großteil der Bevölkerung unerschwinglich sein wird. So belegt Angola auf dem Human Development Index von 2009 den 143. Platz.

Spiele

Dennoch werden die angolanischen Fans ihre Mannschaft unterstützen, wie auch die anderen angereisten Fans. Insgesamt gilt zu hoffen, dass die Meisterschaften uns trotz des negativen Starts schöne und friedliche Spiele bringen werden. Spannend dürfte es bei den ausgeglichenen Mannschaften auf alle Fälle werden.

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